Einsatz in Kilchberg am 14.09.2019

Einsatz in Kilchberg am 14.09.2019 Nachdem wir vormittags im St. Vinzenz waren, ging es fast nahtlos weiter. Die meisten von uns hatten sich gerade vor Ihrem Mittagessen platziert als der Anruf kam: EINSATZ! Also kam das Essen zurück in den Ofen, Hund und Rucksack wurden ins Auto befördert und los ging es. Ziel war ein kleiner Ort bei Tübingen, namens Kilchberg. Vermisst wurde die kleine Elli, eine neunjährige Airdale-Jagdterrier-Mix-Hündin, jagdlich ausgebildet, die gemeint hatte, sie müsste einen Tag vorher in den Wald preschen und nicht mehr zurückkommen. Als wir in Kilchberg ankamen erhielten wir als Geruchsträger das Geschirr von Elli, das wir in eine große Tüte packten. Gemeinsam mit der Familie, die richtig besorgt war, weil es gar nicht Ellis Art ist so lange wegzubleiben, fuhren wir dann auf eine große Wiese am Wald wo Elli verschwunden war. Der Besitzer erklärte und die örtlichen Gegebenheiten und den genauen Ablauf des „Weglaufens.“ Nach kurzer Besprechung wie wir Vorgehen, wurden die Hunde eingeteilt. Detti und Lotte machten sich an die Arbeit. Nachdem Detti den Geruch aufgenommen hatte, wurden zuerst alle Anwesenden von ihr kontrolliert, inklusive dem zweiten Hund der Familie. Dann zog sie auch schon direkt in den Wald. Es ging mitten durch das Dickicht und Beatrice hatte zu tun ihr durch das Gestrüpp zu folgen. An einem großen Fuchs- bzw. Dachsbau wurden von Detti alle sichtbaren Eingänge gecheckt, Sie zeigte jedoch bei keinem dieser Tunnel etwas an. Lotte und Andrea übernahmen. Lotte zog etwas tiefer in den Wald, über einen dichtbewachsenen Hang auf einen Weg. Auch Detti war noch auf der Spur und zog ebenfalls den Hang hoch. Nach ca. 20 Minuten waren auch Lotte und Andrea ausgepowert. Das schwierige Gelände und dazu die große Hitze verlangten uns alles ab. Als nächste Teams starteten Hansi mit Gemma und Christine mit Luna. Beide Hunde zogen weiter in den Wald, grenzten das unwegsame Gebiet jedoch stark ein. Die Hunde mussten wieder getauscht werden. Da der Weg zum Ansatz etwas länger war, wurden alle von uns vom Besitzer zum Ansatz gefahren. Das waren 6 Personen und 2 Hunde in einem nicht sehr großen Auto. Man könnte sagen, nebenbei ein kleines Abenteuer… Tanja und Bruno starteten als fünftes Team. Mittlerweile war es schon 19.00 Uhr und so ganz langsam wurde es dämmrig…Bruno bestätigte das Suchverhalten von Gemma und Luna und auch die anschließend eingesetzte Riva bestätigte das Verhalten. Das Suchgebiet konnten wir daher stark einkreisen allerdings ohne einen Abgang zu finden. Da es mittlerweile fast 20.00 Uhr war, dunkel wurde und alle Hunde ausgepowert waren, entschieden wir uns es am nächsten Morgen noch einmal mit ausgeruhten Hunden und einer Nachsuche zu probieren. Irgendwo da drin im Dickicht musste die kleine Elli doch sein. Als wir wieder auf der Wiese ankamen, hatte die Familie bereits ein Lagerfeuer entfacht und wir wurden noch zum Grillen eingeladen. Das war wirklich eine ganz tolle und nette Idee und wir nahmen die Einladung gerne an. Motiviert den Hund am nächsten Tag in dem eingegrenzten Gebiet doch noch zu finden, fuhren wir nach hause. So richtig gut hat wahrscheinlich keiner von uns geschlafen. Zuerst mussten wir den Hunden noch die Kletten und Dornen aus dem Fell bürsten und dann dachten wir ja auch an Elli und die Familie. Dann wiederholte sich am Sonntag die Szene vom Vortag. Wir waren schon für den Einsatz startklar und saßen jeder noch beim Frühstück als die Nachricht von Lothar kam. Die Familie hatte angerufen, Elli kam um 06.00 Uhr morgens völlig verdreckt aber unversehrt nach Hause. Uns allen fiel ein Stein vom Herzen, denn obwohl wir Hoffnung hatten, dass sich das Blatt doch noch wendet, hatte jeder für sich auch den Gedanken, dass Elli diesen Ausflug vielleicht doch nicht überlebt haben könnte …