Seminar im Westerwald im Mai 2017

Internationales Mantrailing-Seminar in Welschneudorf

Drei wunderbare, äußerst anstrengende Tage liegen hinter den diesjährigen Teilnehmern des Mantrailer-Seminars im Westerwald. Die Seminarleiter Lothar Barthel und Hansi Beutel haben erneut vollbracht, unvergessliche Momente zu schaffen.

Bevor ich euch jetzt berichte was wir alles erlebt haben, ist es mir ein großes Anliegen, den zuvorkommenden und freundlichen Westerwäldern zu danken. Denn egal wo wir gearbeitet hatten, ob in Montabauer, in Oberelbert oder in Welschneudorf selbst, wurden wir stets freundlich empfangen. Es störte keinen, dass wir mit einer Schar von 14 Hunden aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, Parkhäuser belegten, in den engen Gässchen arbeiteten oder das eine oder andere Grundstück betraten. Ganz im Gegenteil, die Leute freuten sich, dass wir ein weiteres Jahr in dieser hübschen Landschaft trailten.

Ein besonderer Dank gilt auch Lydia, der Herrin des Hotels „Waldesruh“, die es uns ermöglichte, mit all unseren Hunden dort zwischen 4 und 5 Tagen zu nächtigen und uns gut bewirtete.

Am Donnerstagmorgen um 10 Uhr begann der erste Arbeitstag: Ein 9km langer Gruppentrail durch kleine Ortschaften, quer über Wiesen und durch den angenehm kühlen Westerwald selbst, bis in unsere Lieblingseisdiele in Montabauer. Natürlich wussten wir Hundeführer nicht wohin die Reise ging, als wir in zwei Gruppen einer 3 Wochen alten Spur folgten. Man könnte sagen, es war ein Hammerweg! Auf der Suche nach Lothars Bruder, der sich bereitwillig als Vermisste Person zur Verfügung stellte und zusammen mit seiner Frau die Zeit in der Eisdiele verbrachte, lernten wir Hundeführer bereits so viel, dass uns am Abend der Kopf rauchte.

Am Freitag machten wir Oberelbert unsicher. In zwei Gruppen arbeiteten wir am Differenzieren und daran, das berühmte Kopfkino auszuschalten und nur dem Hund zu vertrauen. In der sogenannten Gefängnisrunde krabbelten Hundeführer auf allen Vieren um die VP, die herrschaftlich im Thron in der Mitte saß. Eine scheinbar einfache Aufgabe. Doch was für uns einfach erscheint, kann für viele Hunde im ersten Moment erschreckend und seltsam wirken. Doch nach dem ersten Schrecken und nachdem sie ein paar Küsschen verteilt hatten, versuchten die Hunde an die Person in der Mitte zu gelangen und dies teils mit umwerfenden Erfolg.

  

Während sich die eine Gruppe durch die Krabbelnden kämpften, wurde die anderen absichtlich verwirrt. Mit viel Party, Jubel und Geschrei rannte gleich eine ganze Helferschar vor Hund und Hundeführer davon. Dabei galt es aber nur einen von ihnen zu finden. Das Gemeine war: während sich die anderen etwas „offensichtlich“ zur Ablenkung des unwissenden Hundeführers versteckten, befand sich die eigentliche VP an einem ganz anderen Ort. Hier galt es nun, nicht auf das Gelbe leuchten der Warnwesten, die hinter Autos oder Ecken hervor blitzten zu achten, sondern seine Augen auf dem Hund zu belassen, denn dieser wusste durchaus, wen er zu suchen hatte und in welche Richtung dieser davongelaufen war.

  

Ein besonderer Dank gilt hier unserem lieben Helfer Jörg, der als VP an diesem Tag einige Kilometer den Berg hinauf joggen musste. Doch nicht nur die anderen erschwerten den Mantrailerteams die Arbeit, auch das besondere Spiel aus Licht und Schatten hatte enormen Einfluss auf die Arbeit unserer Hunde. Um dieses noch genauer nachvollziehen zu können, folgte uns die liebe Dagmar auf Schritt und Tritt und schaffte es mit der Profikamera immer an der richtigen Stelle zu sein und unsere Trails „oscarreif“ einzufangen.

Am Ende dieses Tags wagten wir noch ein kleines Experiment, von dem die meisten Hundeführer nichts ahnten. Wir wagten uns an einen Einjahrestrail. Und wir kamen an! Da dies für uns etwas absolut Neues und Bahnbrechendes war, werde ich euch dazu einen eigenen Beitrag schreiben!!
Jetzt sei dazu gesagt, es ist der Wahnsinn, was unsere Hunde alles können.

Den letzten Seminartag verbrachten wir in Montabauer. Hier wurde vor allem den Hundeführern noch einmal alles abverlangt. Denn auch hier wurde, wie an den anderen Tagen auch, völlig unwissend gestartet. Da wir in ein paar Wochen mit den ersten Prüfungen starten, wurden hier bereits Prüfungsszenen inszeniert. So mussten die Hundeführer genau erfragen, wen sie überhaupt suchten und welche Besonderheiten diese Person hatte, nur um später herauszufinden, dass die gesuchte Person noch nie an diesem Ort gewesen ist. Denn der erste Trail war ein reiner Negativansatz. Einige Hundeführer meisterten die Aufgabe recht souverän, andere stellten fest, dass sie noch mehr auf ihre Hunde achten müssen. Denn die Hunde arbeiteten alle super, obwohl schon zwei knochenharte Tage hinter ihnen lagen. Doch den Negativansatz zu erkennen war nicht einfach, vor allem da die Hilfe von den Trainern absichtlich eher gering war. Ziel dieser Übung war es erstens seinen Hund richtig zu lesen und zweitens ein Statement abzugeben, dass da lautete: Mein Hund hat hier nichts, das ist ein Negativansatz!
Natürlich muss auf ein Negativ noch ein Positiv folgen, sodass anschließend noch ein Trail durch die engen winkeligen Gässchen Montabauers führte, über die Einkaufsstraße hinweg, bis hin zum „Heiligen Geist“.

Abschließend bleibt zu sagen, egal wie anstrengend diese drei Tage Trailen auch waren, es herrschte eine äußerst angenehme Gruppendynamik, wir hatten alle sehr viel Spaß und mehr gelernt, als es in einem halben Jahr wöchentlichem Training möglich ist. Wir freuen uns alle auf das kommende Jahr, in dem es wieder heißt: Westerwald wir kommen!

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